Laboratorium Demokratie

Laboratorium Demokratie - Weimar 2009/2019

Das Laboratorium Demokratie ist eine Plattform für die Entwicklung von Angeboten politisch-kultureller Bildung. Das Projekt nimmt den 90. Jahrestag der Weimarer Verfassung zum Anlass für die produktive Auseinandersetzung mit aktuellen Themen demokratischer Teilhabe, speziell in den neuen Bundesländern.

"Laboratorium Demokratie" wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert und ist offen für Kooperationen mit Partnern aus dem gesamten Bundesgebiet.

Weimarer Sommerkurse

Sommerkurse

Die Weimarer Sommerkurse 2011 widmen sich Weimar als Ort utopischen Denkens. Angeboten werden sechs parallede Kurse, die sich an literarisch, philosophisch und kulturgeschichtlich interessiert Menschen richten. Erwartet werden etwa 70 junge Erwachsene aus ca. 30 Ländern.

13.08.-27.08.2010

Weimar - Ort der Utopien

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Das Dritte Weimar – Kultur und Politik im Nationalsozialismus

Wer außerhalb Deutschlands „Weimar“ hört, assoziiert nicht selten „Buchenwald“. In der Tat steht das Binom „Weimar-Buchenwald“ für Glanz und Elend der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, dem „Zeitalter der Extreme“.

Doch jenseits aller Betroffenheit lässt sich die Geschichte der deutschen „Klassikerstadt im Nationalsozialismus“ nüchtern und anschaulich rekonstruieren. Der Aufstieg antidemokratischer Kräfte in Weimar begann lange vor 1933. Nach Kriegsniederlage, Revolution, Bürgerkrieg, Inflation und angesichts rasanter gesellschaftlicher Veränderungsprozesse sehnten sich Deutsche aller Schichten nach Ordnung, sozialer Sicherheit und nationaler Größe – Hitler versprach am überzeugendsten, diese Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen.

Zur Legitimierung und Festigung ihrer Macht nutzten die Nationalsozialisten das Renommee des kulturellen Erbes und bauten Weimar zur „Klassikerstadt“ und zugleich zur „Gauhauptstadt“ aus. Die Pflege einzelner Kulturstätten, der Bau von Rüstungsbetrieben und die Errichtung des größten deutschen Konzentrationslagers gehörten dabei zusammen. Die NS-„Konsensdiktatur“ fußte nicht allein auf Terror und Gewalt, sondern konnte sich auf nationale Einstellungen, völkisch-rassistische Überzeugungen und ein übersteigertes Bewusstsein vom „Wert deutscher Kultur“ in großen Gruppen der Bevölkerung verlassen. Stolze Erinnerungen an Goethe, Schiller und die Klassik bewahrten Täter und Opfer, Mitläufer und Zuschauer letztlich vor nichts. Schwer bleibt es bis heute, „Hitler“ und „Goethe“, „Kultur“ und „Barbarei“ zwischen 1933 und 1945 nicht nur als Gegensätze, sondern als „Geschwister“ zu begreifen.