Laboratorium Demokratie

Laboratorium Demokratie - Weimar 2009/2019

Das Laboratorium Demokratie ist eine Plattform für die Entwicklung von Angeboten politisch-kultureller Bildung. Das Projekt nimmt den 90. Jahrestag der Weimarer Verfassung zum Anlass für die produktive Auseinandersetzung mit aktuellen Themen demokratischer Teilhabe, speziell in den neuen Bundesländern.

"Laboratorium Demokratie" wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert und ist offen für Kooperationen mit Partnern aus dem gesamten Bundesgebiet.

Weimarer Sommerkurse

Sommerkurse

Die Weimarer Sommerkurse 2011 widmen sich Weimar als Ort utopischen Denkens. Angeboten werden sechs parallede Kurse, die sich an literarisch, philosophisch und kulturgeschichtlich interessiert Menschen richten. Erwartet werden etwa 70 junge Erwachsene aus ca. 30 Ländern.

13.08.-27.08.2010

Weimar - Ort der Utopien

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Pädagogische Sensationen in der Provinz

Man könnte Thüringen auch als „Kernland“ der Bildung bezeichnen. Mehrfach sind von hier innovative Bildungskonzepte mit zum Teil weltweiter Wirkung ausgegangen. An erster Stelle steht dabei zweifellos die Weimarer Klassik, für die die „Erziehung des Menschengeschlechtes“ das zentrale Thema war. Herders praktisches Wirken als oberster Schulverantwortlicher, Schillers Arbeiten zur „ästhetischen Erziehung“ und Goethes Gesamtwerk haben deutsche und europäische Bildungsdebatten bis in die Gegenwart geprägt. Dazu gehören insbesondere Humboldts Universitätskonzept, die Entwicklung des (neu-)humanistischen deutschen Gymnasiums und Rudolf Steiners Begründung der Waldorfpädagogik, die – wenngleich letztlich an anderer Stelle realisiert – alle ihre geistigen Wurzeln in Weimar und Jena haben.

Die „klassischen“ Entwürfe ihrerseits haben Vorläufer und Nachfolger. Bereits im 17. Jahrhundert begründete Wolfgang Ratke in Gotha das öffentliche Schulwesen in Deutschland, die Philantropen Salzmann und GutsMuths setzen in Schnepfenthal ein ganzheitliches Bildungsideal praktisch um; und 1837 eröffnete Friedrich Fröbel in Blankenburg den ersten „Kindergarten“.

Auch die Reformpädagogik Ende des 19. und Anfang der 20. Jahrhunderts knüpft inhaltlich an das Gedankengut der Klassik an: Die Landerziehungsheim-Bewegung von Hermann Lietz (Haubinda), die Freie Schulgemeinde von Gustav Wynecken (Wickersdorf) und die Jena-Plan-Schule von Peter Petersen haben nicht zufällig gerade in Thüringen bleibende Spuren hinterlassen. Zu erwähnen ist nicht zuletzt die Gründung des Bauhauses 1919 in Weimar, dessen weltweite Wirkung wesentlich auf den hier entwickelten innovativen Lehrkonzepten beruhte.